Manche von euch werden vielleicht schon gehört haben. Ich breche bald zu einem Abenteuer auf. Ich mache mich auf den Weg über die Alpen. Besser gesagt werde ich vom Marienplatz in München zum Markusplatz nach Venedig wandern. Der Traumpfad München-Venedig. Damit das ganze auch einen sportlicher Anreiz bekommt werde ich mich vor dem ein oder anderen Berg nicht scheuen. Insgesamt habe ich 20.000m Höhenmeter und knapp 600km vor mir. Ab dem 16. Juli werde ich in 28 Etappen die Alpen in angriff nehmen.

Wird es noch Schnee geben? Auf knapp 2900m ist nicht unmöglich!

Wie kommt man auf die Idee?

Es fing alles im Dezember an. Mein Amazon Kindle schlug mir ein Buch vor. „Der große Trip: Tausend Meilen durch die Wildnis zu mir selbst“ – Oh!

9,99 Euro später war das Buch meins und ich begann zu lesen. Irgendwann auf den ersten Seiten fällt der Name „Pacific Crest Trail“ und ich war vollkommen fasziniert von dem Gedanken, dass ein Mensch einen fast 4300km langen Wanderweg am Stück laufen kann. Ich begann mit der Recherche und fand heraus das es in den USA sogar gleich Drei solcher Wege gibt. Ich war Feuer und Flamme und völlig vernarrt in den Gedanken das auch zu tun.

Irgendwann merkst du – es ist dafür schon zu spät, du bist zu fett und pleite!

Ein paar Nächte später war die Begeisterung immer noch da. Und ich begann ernsthaft darüber nachzudenken. Ich sah mir ziemlich alle Videos über den Weg an und trat ziemlich allen Facebookgruppen zu dem Thema bei. Aber irgendwann habe ich bemerkt, dass nicht alles wie Amazon Prime ist und solche Vorhaben nicht von heute auf morgen realisierbar sind. Der Blick auf mein Konto und die Tatsache das ich, zu der Zeit, lieber esse als Joggen zu gehen gab mir den Rest.

Es war wie ein Funke das ein großes Feuer entfacht hat

Was macht wenn man nicht gleich für 6 Monate wandern gehen kann? Richtig! Wikipedia mit dem Begriff „Wanderwege“ füttern und schauen was die Liste hergibt. Dort laß ich dann zum ersten mal vom „Traumpfad München – Venedig“. Da ich Herausforderungen suche waren mir die Alpen gerade recht. 28 Etappen hören sich anstrengend genug an für mein Ego. Los gehts!

Eines war auch klar – nicht ohne meine Kamera!

Was neben den ganzen Vorbereitungen auch klar war. Ich gehe nicht ohne meine Kamera. Ich habe viel getüftelt und mir überlegt welche Kamera ich auf den Trip mitnehmen werde.  Es wird meine Nikon D750 werden mit dem Nikkor 16-35 f/4. So musste ich mich zwar gegen ein ultraleicht Zelt entscheiden aber kann mit dem gesparten Gewicht die Kamera mitnehmen.

6 Monate Vorbereitung – viele schmerzliche Erfahrungen – aber klare Ziele

Die Aussichten waren nicht gut - aber wir hatten keinen Regen mehr

Ein Bild von einer meiner vielen Wanderungen die ich im Vorfeld gemacht habe

Ich setzte mir also meine Ziele, definierte klare Exit-Points (wenn du bis zum 1. Mai nicht XXX dann YYY) und begann sofort zu Trainieren. Anfangs mit wenig Erfolg. Ich sah kaum Erfolge – aber ich hielt an der Idee fest. Und das zahlte sich wirklich aus. Ich begann sportlicher zu werden, ging regelmäßig Laufen und probierte eine Fitness-App nach der anderen aus. Ich habe bis heute knapp 16kg Gewicht verloren und meine Zeit pro km im Joggen von 5:30min auf mittlerweile 4:50min verbessert. Ich versuche Regelmäßig an Wettkämpfen teilzunehmen und habe mich vom Couch-Potato auf ca. 8-10h Sport in der Woche gesteigert.

16kg weniger auf der Wage – Sport als Teil meines Alltags – Ich bin bereit, Ich bin bereit, Ich bin bereit…

Nun ist das Ziel, dass so weit weg schien, fast da. In 14 Tagen werde ich nach München reisen und meine Reise beginnen. Ich bin furchtbar aufgeregt und freue mich wie Bolle auf die ganze Zeit. Was ich mir von so einer Reise erwarte, werden sich manche fragen? Ich denke das Zitat

„Der kürzeste Weg zu dir selbst führt einmal um die Welt“

trifft es ganz gut. Erfahrungen machen, die eigenen Grenzen kennenlernen und einfach etwas einmaliges Erleben.

Ob ich es schaffen werde? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß auch – ich habe alles dafür getan um scheitern zu dürfen.