Und nicht wie ich alle Fehler auf einmal begehen!

Es fing alles so harmlos an…

Eigentlich war alles wie immer. Ich hatte mir eine Route ausgesucht, ich hab das Wetter gecheckt und war fest entschlossen am nächsten Tag meine 2-Tages Tour zu machen.

Heute, einen Tag danach sitze ich Zuhause anstatt den zweiten Tag der Tour zu laufen. Noch nie kam ich mir so kaputt und dämlich vor wie heute. Aber ich will aus Fehlern lernen und euch schildern was man aus meiner Sicht alles nicht machen sollte.

Frustfuttern

Frustfuttern

Falsch eingeschätzt: Vorbereitung ist die halbe Wanderung

Was gehört zu der Vorbereitung. Ich glaube hier hat jeder sein eigenes Ritual. Für mich ist es das Vollständige Packen meiner Ausrüstung am Vorabend. Alleine die Nahrung packe ich erst am Morgen ein. Das lässt meinem Kopf die Möglichkeit darüber nachzudenken was ich vielleicht noch vergessen habe. Meist fallen mir noch 1-2 Dinge ein die ich am nächsten Morgen ein- oder auspacke. Eigentlich mache ich das auch immer.

Erste Außnahme: gestern. Ich habe erst Morgens gepackt in der Annahme das würde auch gehen. Ich bin ja kein Anfänger. Ich vergaß z.B. große Teile meiner Nahrung, Geldbörse, Schlüssel etc… Fängt ja gut an.

Wasser alle...

Falsch geplant: Zu spät ankommen bedeutet nur Stress

Es gibt nichts unenspannteres als sich morgens vor der Wanderung mit alternativen zur eigentlichen Zugverbindung beschäftigen zu dürfen. Vor allem wenn Züge nur im Stundentakt fahren und die Ankunft am Zielort für die 24km erst um 12 Uhr ist. Das Frühstück ist viel zu lange her – direkt was essen kommt einen auch seltsam vor. Und genau so fängt ein richtig schlechter Wandertag an.

Falsch gekleidet: Wenn etwas nicht (mehr) passt gehst du durch die Hölle

Als ich in der Eile meinen Gürtel zu meiner Wanderhose nicht gefunden habe, dachte ich mir nicht viel dabei. Ich hatte ja noch einen alten Ledergürtel. Heute kann ich euch versichern – tut euch das nicht an. Bei einem Rucksackgewicht jenseits der 10kg braucht ihr einen dünnen, elastischen Gürtel (Ich laufe mittlerweile mit einem Vaude Gürtel). Alle anderen Gürtel schneiden nach ein paar Stunden so dermaßen in die Hüfte das die Schmerzen nur noch der Wolf, den ich mir wegen der schlecht sitzenden Hose „erlaufen“ hatte, schlimmer ist. Ich habe heute direkt einen neuen Gürtel im Amazon bestellt.

Um den Wolf eigentlich zu vermeiden trage ich längere Merino Unterwäsche. Seit dem ich diese habe hatte ich auch nie Probleme damit – aber wenn die Hose rutscht, der Gürtel einschneidet und man alles so trägt das es am wenigsten weh tut (also unter dem Hüftgurt), dann kommt eben nichts gutes dabei rum.

Falsch gepackt: Wenn deine Trinkblase deinen Rucksack bewässert

Auch etwas, das Ihr nicht ausprobieren müsst. Die „Source“ Trinkblase „Widepack“ 3L lässt sich in einem BACH Specialist 3 leider nicht gesondert unterbringen. Im Rucksack hat es ganz oben allerdings eine Klettschlaufe. Ich fand heraus das sich damit das System im Rucksack einhängen lässt. (Und diese lässt sich auch falsch einhängen!)

Wunderbar. Die Sache hat aber einen Haken. Sollte die Blase sich ein wenig schräg stellen kann es passieren dass die Verschlussklammer langsam herausschiebt. Das führt dann dazu das bei druck gegen die Wasserblase Wasser in den Rucksack gedrückt wird. Ich habe meine Kleidung in Drybags von Tatonka untergebracht – einzig Schlafsack, Isomatte und Handtuch nicht. Ich habe danach durch umpacken sichergestellt, dass die Trinkblase nicht nach rechts oder links verrutschen kann. Ich habe einen schnellen Blick auf den Inhalt geworfen und dachte es wären nur etwa 0,5l ausgelaufen – aber da habe ich mich wohl stark getäuscht.

Die einzig Sinnvolle alternative ist die Trinkblase nicht direkt an der Schlaufe zu befestigen. Dazu müsste ich noch etwas basteln.

Die einzig sinnvolle Alternative: macht es einfach richtig. Danke an das Basislager Karlsruhe das mir die Augen geöffnet hat.

Trinkblase kann verrutschen.

Trinkblase kann verrutschen.

Trinkblase kann nicht verrutschen.

Trinkblase kann nicht verrutschen.

 

 

 

 

 

 

Update: Mittlerweile trage ich meine Trinkblase außerhalb vom Rucksack. Ich nutze die 3kg Wasser als Gegengewicht zu meiner Kameraufhängung auf der anderen Seite (ca. 2kg). Da der „Bach Specialist 3“ eine „3D-Wasserbehälteraufnahme“ besitzt passt die Trinkblase locker rein.

Falsch gemacht: Warum man bei jeder Gelegenheit Wasser nachfüllen sollte

Ich dachte 0,5 Liter sind ausgelaufen. Ich habe mich um einen Liter verschätzt. Bei km 13 machte meine Trinkblase etwa das Geräusch, dass eure Caprisonne macht wenn Sie leergeht „khhhhiiiiiiicht“. Weil es so schön war (und ich es nicht glauben wollte) gleich nochmal „khhhhiiiiiiichiiiichiiichtt“. Ich hatte 2x die Gelegenheit missachtet mein Wasser aufzufüllen. Und genau das gab mir nun den Rest. Ich hatte resigniert. Selbst auf meinen Karten über „Maps 3D“ war keine Wasserquelle mehr eingezeichnet. Dazu kamen noch leere Versprechungen von Wegweisern die „Alexanderbrunnen“ oder ähnlich hießen.  Es waren aber keine Brunnen zu finden, kein Wasser, nichts.

Die Quelle!

Ich hatte zwar noch einen Liter in der Thermoskanne, aber heißes Wasser turnt nicht unbedingt an. So habe ich bis km 20 etwa ausgehalten. Dann kam ganz unverhofft doch eine Wasserquelle. Also kurz vor Schluss.

Heim oder doch weiterlaufen?

Ich bin zum Bahnhof in Forbach gelaufen. Es ist einfach zu vieles schief gelaufen als das ich mich noch einen Tag quälen wollte. Am nächsten Tag war ich auch wirklich kaputt. Es war also gut nicht weiter zu gehen und heim zu fahren.

Ich habe danach vieles anders gestaltet, meine lehren gezogen und meine Ausrüstung teilweise ausgetauscht. Bei der letzten Probewanderung von Forbach nach Untersmatt lief alles komplett anders.

Ich habe eine neue Wanderhose die passt. Habe mein Trinksystem an ein andere Stelle gepackt und anders befestigt. Ich habe einen elastischen Gürtel der nicht drückt. Ich packe wieder am Vorabend und checke mein Wasserstand regelmäßig. Damit sollte es auch für die Alpen passen.